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Ubahn – fahren in Tokio Dezember 2, 2006

Posted by tanuki77 in Tokyo - Megalopolis.
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Aktualisiert: Oktober 2007

Was auf den ersten Blick an einen Schnittmusterbogen oder einen elektrischen Schaltkreis erinnert, ist das Ubahngeflecht Tokios. Verwirrend, ermüdent, zur Rush hour 300 %ig ausgelastet – aber gleichzeitig ungeheuer faszinierend! Kaum zu glauben: das System funktioniert! Verspätungen sind äusserst selten, der strenge Fahrplan bietet sowieso keinen Platz dafür. Ausnahmen sind natürlich die Naturgewalten. In Japan bebt die Erde statistisch gesehen bis zu 1000 Mal im Jahr. Im Sommer ist darüberhinaus noch Hochsaison der Taifune. Dann geht auch in der Ubahn nichts mehr, die Stationen werden geschlossen bis das Unwetter vorüber ist.

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Diese blauen UBahn-Schilder weisen den Weg zur jeweiligen Ubahnstation – mancherorts leicht zu übersehen.

Eine ohrwurmartige Erkennungsmelodie kündigt das Einfahren/Abfahren des Zuges an. Unten ein Plan der Ubahn und Bahnlinien Zentraltokios:

subway-tokyo.gif

Zur Veranschaulichung, im Folgenden ein paar Zahlen:

Die deutsche Bahn transportiert jeden Tag etwa 4,5 Millionen Menschen durch Deutschland. Alleine Shinjuku (Tokios Dreh- und Angelpunkt) jedoch weist täglich 3,5 Millionen Fahrgäste auf! Zur Rush Hour fahren die Züge mit 300%iger Auslastung, die berühmten Bahnbediensteten mit ihren weissen Handschuhen pressen auch noch den letzten Fahrgast in das Abteil.

Erschwert wird die Navigation durch die Tatsache, dass es eine „Hauptader“, nämlich die JR Loop Line gibt – und daneben ein Dutzend privatisierter Linien. Beide Tarifsysteme sind inkompatibel Das verwirrt sogar Japaner, an den Ausgängen stehen immer Bahnbedienstete mit Rat und Tat zur Seite.
Am Besten fährt man mit den Magnetkarten : SUICA für JR und Passnet (Passonetto) für die anderen Linien. Das sind zum Teil (Suica) wiederaufladbare Karten oder Prepaidkarten (Passnet) und vereinfachen das Bahnfahren. Beide Karten gibt es in den meisten grösseren Stationen am Automaten. Empfehlenswert ist auf jeden Fall die SUICA Karte, denn mit der JR Linie kann man herrlich eine Rundfahrt durch Tokio machen, die Züge halten an den wichtigsten Stationen (Shibuya, Shinjuku, Akihabara, Yoyogi, usw.).

Stolperstein Nr. 2 : es gibt drei Arten von Zügen : LOCAL TRAINS, diese halten an jeder Haltestelle, sowie RAPID TRAINS die wie es der Name vermuten lässt, Schnellzüge sind und somit nicht an jeder Haltestelle halten….sowie SUPER RAPID TRAINS die an noch weniger Haltestellen halten. Dies ist immer aussen am Zug angeschrieben. Wer Pech hat, steigt in einen Super Rapid Zug ein – und kommt irgendwo wieder raus, wo es noch nicht einmal romaji-Beschriftungen gibt. Kommt vor ^_^.

Bei 20 Millionen Menschen im Grossraum Tokios trifft man zuweilen auf allerlei lustige und seltsame Zeitgenossen. Noch etwas: Selbst spät am Abend ist es sehr sicher, den Zug zu nehmen, man bekommt ein ungewohntes Sicherheitsgefühl. Selbst wenn man etwas verliert hat man sehr gute Chancen, es im Fundbüro wieder zu bekommen. Als Frau muss man sich meiner Meinung nach ebenfalls keine Sorgen machen, dass man eine Ausländerin belästigt ist doch sehr unwahrscheinlich. Die meisten japanischen Männer haben vor ihnen eher Angst.

Die Suica Magnetkarte ist sehr praktisch, man kann sie getrost im (!) Geldbeutel lassen, einfach den Geldbeutel über die Suica Markierung an den Ein-/Ausgängen der Station ziehen, fertig. Der Betrag wird automatisch abgebucht. Bei Bedarf kann man die Karte wieder beliebig aufladen.

suica.jpg

Hier eine Passnet-Karte (Motiv wechselt <– auch ideal für Sammler). Dieses Prepaidsystem ist ebenfalls unkompliziert – Karten gibt es an jeder Station für 1000 – 10 000 Yen.

passnet.jpg

Die Einzelfahrscheine sehen wie folgt aus:

aki-ticket.jpg

Hier der zugehörige Automat mit Touchscreen, dort gibt es die Magnetkarten sowie Einzelfahrscheine:

japanreise-017.jpg dscf3174.jpg

Bei den Einzelfahrscheinen ist genaues Hinsehen von Nöten, zudem sind besonders an kleinen Stationen die Haltestellen nur in Kanji abgebildet. Somit weiss man zwar, wie viel es bis zum Punkt X kostet, nicht aber wo man sich dann befindet!

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Kanda. Willkommen in Kanda, gelegen zwischen Tokyo und Akihabara Station.

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Warten auf den nächsten Zug – was selten länger als 5 Minuten dauert. Wenn man Glück hat…

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…sind nicht so viele Fahrgäste anwesend. Ist aber selten für Tokyo. Die beste Zeit um stressfrei Ubahn zu fahren ist wohl zwischen 11 und 13 Uhr.

Durchblick garantiert:

japanreise-018.jpg

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