Japan & Handys April 20, 2007
Posted by tanuki77 in Fun, Karaoke & Co.trackback
Betrachtet man sich den Handy-Hype hierzulande (neuesten Zahlen zufolge besitzt jeder Haushalt in Deutschland ein Handy), so ist das nichts im Vergleich zu Japan.
Überall piepsen und läuten Handys. Dank ausgefeilten Handygames (wir sprechen hier von RICHTIGEN Spielen, es gibt sogar Final Fantasy für das Handy!) und billigen SMS, kostenlosen Mails, etc. Zeitvertreib Nummer 1 in der Ubahn.
Eines gleich vorweg : In Japan gibt es keine Klingeltonabzocke, SMS kosten in der Regel nur 5 oder 10 Yen, Spiele zum Herunterladen sind auch nicht viel teurer.
Das Handy als individualisiertes Accessoire
In den diversen Kaufhäusern wird es sehr deutlich : es gibt tausende Add-ons für´s Handy: egal ob Handysticker, Handyschale, Handyskin…oder Handy-Straps, man “stylt” sich sein eigenes Handy zurecht. Einige Japanerinnen, bei denen die genannten Anhänger so beliebt sind, haben ihr Handy mit bis zu einem halben Dutzend Straps verschönert, manchmal sogar mit mehr. Egal ob Film, Werbefigur oder Plakette : es gibt Millionen von Straps, einige sind sehr selten und werden nur zu bestimmten Anlässen verkauft oder weitergegeben. Eine kleine Auswahl der von mir gesammelten Anhänger:
Inkompatibel!(?)
Versuche, bislang deutsche Handys in Japan zu betreiben, waren sehr lange Zeit nicht erfolgreich, zumindest was meine bisherigen Handys anbelangte, der japanische Standard der Mobilfunknetze stellte sich – gemeinsam mit Korea und Jamaica – als völlig inkompatibel heraus. Bereits vor 11 Jahren habe ich versucht, zuerst mit einem Dualbandhandy, dann später mit meinem Tribandhandy, in Japan ein Netz zu bekommen – ohne Erfolg. Mittlerweile hat sich das glücklicherweise verbessert.
Aus aktuellem Anlass habe ich jetzt persönlich Informationen eingeholt zum japanischen Mobilfunknetz:
Es funktionieren neuere UMTS / 3G + Handys oder Satellitentelefone in Japan, mit Dual- Tri- oder Quadbandhandys alleine hat man in Japan leider keinen Empfang.
Wer also sicher gehen will, in Japan erreichbar zu sein, sollte sich ein japanisches Handy zulegen, was leider nicht allzu einfach ist:
- Vodafone & Co
Den heiss umkämpften Mobilfunk-Markt teilen sich in Japan ebenso wie in Deutschland nur wenige Firmen auf : neben Firmen wie AU, willcom oder NTT Docomo gab es bis zum letzten Jahr auch noch Vodafone. Dort war sogar ein Handy zu bekommen, das man aus Japan heraus in Deutschland, bzw. Europa benutzten konnte. Vodafone existiert leider nicht mehr, statt dessen gibt es jetzt SoftBank.
Für Leihhandys kann vor einem Japanbesuch folgende Website konsultiert werden (Softbank):
Am Flughafen in Narita gibt es ebenfalls die Möglichkeit, ein Handy zu leihen. Wie gesagt, nicht gerade billig aber man ist wenigstens erreichbar. Neuerdings kann man auch nur eine Simkarte von Softbank beziehen, die dann im eigenen iphone oder 3G Handy betrieben werden kann. Anrufe nach Deutschland schlagen dann allerdings mit ca. 4-5 Euro zu Buche, angerufen werden ist kostenlos. Da zum Teil immense Kosten anfallen wenn sich das eigene Smartphone dann mit dem Internet verbindet, ist zur Vorsicht geraten.
Softbank kann ich persönlich sehr empfehlen, da die Netzabdeckung und die Sprachqualität sehr gut ist. Die Kosten für ein Leihandy betragen ca. 2-6 Euro je Tag, plus Versicherung (ca. 2 Euro am Tag).
Es ist für das Anrufen nach Deutschland eine spezielle Vorwahl von Nöten (je nach Mobilfunkfirma unterschiedlich), bei Softbank ist dies z.B. :
0046 01 049 +Vorwahl ohne 0 + Telefonnumer
Der Ausländer hat in Japan ansonsten nicht sehr viele Möglichkeiten, an ein eigenes, günstiges Japanhandy zu kommen, zumal der Verkauf von Prepaidhandys aus Missbrauchsgefahr zuletzt sehr eingeschränkt wurde. Grösste Chancen sollte man z.B. in Fillialen von 7Eleven oder Family Mart haben. Prepaidhandys sind nicht teuer, besitzen allerdings keine Simkarte wie ihre deutschen Pendants. Kleine Rubbelkärtchen mit Guthaben gibt es in allen Shops (der jeweiligen Firma, siehe oben) zu kaufen. Wie bereits erwähnt ist der Verkauf der Prepaidhandys aber sehr eingeschränkt worden, so dass es mittlerweile eher schwierig ist, ein solches Telefon ohne Japanischkenntnisse, bzw. japanischem Bankkonto zu bekommen. Übrigens : lädt man das japanische Prepaid-Handy nicht regelmässig auf, verfälllt zuerst das Guthaben (je nach Anbieter nach 10-90 Tagen) und nach spätestens einem Jahr wird es deaktiviert. Positiv : Gespräche nach Deutschland sind von einem japanischen Handy aus sehr günstig, wenn man die Entfernung und die Tatsache berücksichtigt, dass es sich um ein Prepaidhandy handelt. Je Minute fallen nur zwischen 0,70 Euro und 1,50 Euro an, und in Japan entgegengenommene Anrufe aufs Handy sind natürlich für den Angerufenen kostenlos, da es ein Inlandshandy ist.

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