Nara Januar 5, 2007
Posted by tanuki77 in Nara.add a comment
Nara Stadt (ca. 370 000 Einwohner) , gelegen in der Präfektur Nara, wirkt auf den Besucher sehr idyllisch gelegen, umgeben von Wald- und Berglandschaften wirkt es wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten – wenn die Autos nicht wären versteht sich. Als ich aus dem von mir genommenen Linienbus gestiegen bin, glaubte ich zuerst an eine Sinnestäuschung. Ungläubig verfolgte ich die Szenerie, die sich mir darbot. Überall (im wahrsten Sinne des Wortes) befinden sich Rehe!
Egal ob auf der Strasse, am Wegesrand oder auf Wiesen. Anscheinend leben sie in Harmonie mit den Autofahrern, es scheint trotz stetigem Wildwechsel keinerlei Behinderungen zu geben. Dabei sind die Tiere zumeist sehr zutraulich, werden sie doch täglich von den Touristen gefüttert. Auf dem Weg zum Todai-ji (siehe Bilder) kommt man an den obligatorischen (Souvenir-/Essens-) Ständen vorbei, die für wenige Yen spezielle Reh-Plätzchen verkaufen. Die Tiere sind auf diese Plätzchen derart versessen, daß schon mancher Besucher die Flucht ergreifen musste. Hat somit etwas von einem überdimensionierten Streichelzoo.
Unten der Scan eines von mir im Tempel gekauften Schlüsselanhängers – dieser fungiert gleichzeitig als Stadtkarte und Thermometer. Höchst funktional:
Der Todaiji (ji = Tempel) wurde im Nara-Zeitalter errichtet, welches von 710 bis 794 n.Chr. andauerte. Eigentlich wurde er offiziell als einer unter vielen staatseigenen Tempeln von Kaiser Shomu (724 bis 749) erbaut. Der Tempel wurde von Bischof Roben gegründet, und ist bis zum heutigen Tage der oberste Tempel der buddhistischen Kegon. Das Besondere ist jedoch der als Nationalheiligtum angesehene Vairocana-Buddha inmitten des Tempels.
Die Buddhastue besteht aus mit Gold überzogener Bronze, wurde 752 erbaut, jedoch ereilte sie das gleiche Schicksal wie unzählige andere Tempel und Schreine. Mehrmals repariert und ausgebessert, entstanden z.B. die heute zu sehenden Teile wie die Hände während des Momoyama Zeitalters (1568-1615) – der Kopf wurde in der Edo-Zeit (1615-1867) gefertigt.
In Kriegen 1180 und 1567 wurde die Halle, in welcher der Buddha steht, zerstört und wieder neu aufgebaut. Somit ist das heute zu sehende Gebäude nun die dritte Generation, während der Edo-Periode entstanden. Das heutige Hauptgebäude ist um etwa 1/3 kleiner als dies ursprünglich der Fall war, bleibt aber weltweit der grösste (und wohl mitunter auch beeindruckendste) Holzstrukturbau.
Daten:
Tempel, Nationalheiligtum, 18. Jhd.
- Höhe ca. 49 m
- Breite ca. 50 m
- Länge ca. 57 m
Buddha, Nationalheiligtum 8.Jhd.
- Körperhöhe ca. 15m
- Kopfhöhe ca. 5m
- Augengrösse ca. 1m
- Grösse eines Ohres ca. 2,50m