Insight Japan : in Kürze
1. Konbini
Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Japan eine Vielzahl an 24-Stunden Supermärkten, zum Grossteil Ketten (z.B. FamilyMart, 7Eleven, Lawson, usw.) und eben Tag und Nacht geöffnet. Die Preise sind dafür in meinen Augen nicht überzogen, so dass man ruhigen Gewissens dort einkaufen kann. Denn im Gegensatz zu den mit einprägsamen Logos versehenen Geschäften von Lawson & Co findet der Tourist nur mit Mühe “normale” Supermärkte in Japan – zumal sich diese im Parterre oder gar 12. Stock eines unscheinbaren Gebäudes befinden können.
Die Qualität ist jedenfalls vorzüglich : egal ob frisches Sandwich, Kuchen, Desserts, Bananen, “Brot” (in Japan gibt es zumeist nur “weiches” Brot, das entfernt ein wenig an überdimensioniertes, fluffiges Weissbrot erinnert – ist aber sehr zu empfehlen), Chips, Suppen, usw. Sogar komplette Mahlzeiten können dort für wenige Euro gekauft werden, egal ob Spaghetti oder Curry in der Menüschale (wird auf Wunsch im Geschäft aufgewärmt – schmeckt ebenfalls super), oder das Würstchen am Spiess zum gleich essen. Deshalb uneingeschränkt zu empfehlen, das Personal ist japantypisch immer sehr freundlich.
Das folgende Bild zeigt einen “Baumkuchen” aus einem Konbini, diese sind in Japan sehr beliebt!
2. Drugstores
Die billigere Alternative zu den 24h Supermärkten. Zwar handelt es sich hier um Geschäfte, die mit deutschen Drogerien vergleichbar sind, aber hier bekommt man z.B. auch günstiges Trinken. Ausserdem preisen grosse Schilder besonders günstige Angebote an, bei denen man ruhigen Gewissens zuschlagen kann.
3. Telefone
Die grünen Telefone (siehe Bild) nehmen Münzen und vielmals auch Karten an, die man z.B. in den Convini bekommt (z.B. 1000 Yen Karten). Allerdings sind dies nur “domestic phones”, bedeutet dass man mit diesen Telefonen nur Anschlüsse innerhalb Japans erreichen kann.
Für internationale Gespräche stehen IC-Phone bereit, die allerdings nur Münzen oder spezielle IC-Telefonkarten akzeptieren, deren Ecke vor Gebrauch abgebrochen werden muss (NTT). Vorsicht : mit 0049 kommt man noch nicht nach Deutschland, von japanischen Telefonen und Handys ist eine gesonderte Nummer Vorzuwählen, so dass sich nach Deutschland von IC Telefonen folgende Nummernkombination ergibt : 001 + 0049 + Vorwahl ohne 0 + Telefonnummer.
Bei Handys ist dies ebenfalls unterschiedlich, für Softbank (ehemals Vodafone) ergibt sich die Nummer:
0046 01 049 +Vorwahl ohne 0 + Telefonnumer
Für nähere Informationen über Japanhandys, bitte
hier klicken.
In den grösseren Hotels stehen in der Regel immer IC-Telefone, dort liegt dann normalerweise auch eine kleine Broschüre aus, welche die korrekten Vorwahlen beinhalten sollte. Neben den Telefonen befindet sich ebenfalls ein Automat, an dem die Telefonkarten erworben werden können.
Hier eine KDD Telefonkarte:
Und das NTT Pendant mit abgebrochener Ecke :
4. Getränkeautomaten & Co : Vending Machines
Egal ob Zigaretten (vergleichsweise günstig in Japan, ca. 2 Euro je Schachtel), heisse/gekühlte Getränke (ca. 1 Euro) oder T-Shirts. Automaten stehen an jeder Strassenecke, meistens sogar gleich mehrere, so dass die Auswahl sehr schwer fällt. Gerade im Sommer aber sehr praktisch und wohltuend.Neben bekannten Marken wie Pepsi oder Coca-Cola gibt es eine Reihe sehr guter japanischer Produkte (z.B. Pocari Sweat) sowie mit Vitaminen und Aminosäuren versetzte Sportdrinks. Die Automaten akzeptieren auch Scheine, zum Teil sogar bargeldlos mit ICOCA/SUICA Magnetkarte benutzbar!
5. Banken, Kreditkarten und – Automaten
In Japan bieten die Banken eine Vielzahl an unterschiedlichen Kreditkarten an – da ist für jeden Geschmack etwas dabei: egal ob Snoopy-Kreditkarte, Anime-Kreditkarte, Resident Evil-Kreditkarte oder Hello Kitty – Kreditkarte. Folglich akzeptieren die meisten Geschäfte Kreditkarten, mit VISA z.B. hat man nirgends Schwierigkeiten, einzukaufen.
Interessant: möchte man mit einer deutschen EC-Karte in Japan Geld abheben, so ist dies ebenfalls möglich. Allerdings geht das nicht bei den “normalen” Banken, wie z.B. JCB – sondern bei der Post. Die japanische Post als Kooperationspartner akzeptiert an den im Vorraum der Fillialen stehenden Geldautomaten die deutschen EC-Karten! Die Maschinen lassen sich per Knopfdruck auf englische Sprache umschalten, was den Abhebeprozess erheblich erleichtert. Zu Beachten ist ausserdem, dass die Geldautomaten meist nachts nicht in Betrieb sind und einige Postfillialen bereits am frühen Nachmittag schliessen (abhängig je nach Ort und Filliale). Vor den Banken kleben Aufkleber, auf denen die Logos der akzeptierten Karten abgedruckt sind. So lässt sich jederzeit schnell ablesen, ob die jeweilige Karte von den Bankautomaten akzeptiert wird.
Im Falle der EC – kompatiblen Postbankautomaten liegen neben dem Automaten kleine Umschläge, in denen sich das Geld leicht verstauen lässt.
6. Shinkansen, Ubahntickets und Schnittmusterbögen
Dieses Thema ist derart komplex, dass der Platz gar nicht ausreicht, um es hinreichend zu erklären. Für Interessierte empfehle ich meinen Beitrag “Ubahnfahren in Tokio” rechts im Menü unter “Tokio” zu finden.
- Shinkansen
In Japan gibt es sehr komfortable, sehr schnelle und sehr pünktliche Schnellzüge, im Allgemeinen “Shinkansen” oder “Bullet Trains” genannt – vergleichbar mit den deutschen ICEs, nur pünktlicher und mit freundlicherem Personal. Die Shinkansen-Züge legen riesige Entfernungen binner weniger Stunden zurück. Es gibt, der Geschwindigkeit nach geordnet, mehrere Klassen an Shinkansen (Tokaido/Sanyo):
1. Nozomi (Strecke Tokyo – Osaka in 2,5 Stunden)
2. Hiraki (Strecke Tokyo – Osaka in 3 Stunden)
3. Kodama Shinkansen
Je nach Strecke (z.b. Tokio-Nagano) gibt es darüberhinaus noch: Hayate, Yamabiko, Nasuno, Komachi, Tsubasa, Toki, Tanigawa und Asama Shinkansen.
Die Züge sind wie bereits erwähnt sehr schnell, bequem…und nicht gerade billig. Eine einfache Fahrt von Tokyo nach Osaka schlägt mit ca. 12 000 -13 000 Yen (in etwa 100 Euro) zu Buche. Dabei legen die Züge in weniger als 3 Stunden mehr als 550 Kilometer zurück!
Einen Tarifrechner, ähnlich der der deutschen Bahn, inkl. Abfahrtszeiten und natürlich Preisen findet man hier :
http://www.hyperdia.com/cgi-english/hyperWeb.cgi
Natürlich gibt es auch hier eine 1. Klasse, die sogenannten “Green Cars”, mit einem Kleeblatt als Logo. Einzeltickets sind an den Ticketschaltern der jeweiligen Station zu bekommen.
- Ubahn / S-Bahn
Was die Tickets für die UBahn, bzw. JR Linie anbelangt, so wird die Sache schon weitaus komplizierter. Das Ubahngeflecht der grossen Städte erinnert eher an einen Schnittmusterbogen, unterschiedliche Tarife und inkompatible Tickets treiben nicht nur den Touristen an den Rand des Wahnsinns sondern auch Japaner. Beiden wird allerdgings an den Ausgängen vom freundlichen Bahnpersonal geholfen, also kein Problem. Seit neuestem kann man in Tokyo die SUICA Magnetkarten auch für die anderen, privatisierten Ubahnlinien benutzen!
Aufladbare “Prepaid” – Magnetkarten für die Ubahn:
Oder die jeweiligen Einzeltickets (gültig für eine Fahrt):
Wenn des nachts die Ubahnlinien ihren Betrieb einstellen (je nach Linie zu unterschiedlichen Zeiten, also aufpassen), bleibt nur das das Taxi oder die Übernachtung in Kapsel-Hotels. Das aufgrund der Grösse von Euroäern sargähnliche Feeling ist nur hartgesottenen Antiklaustrophobikern zu empfehlen. Ansonsten bringen freundliche Taxifahrer(-innen) einen auch ans Ziel. Allerdings wird nachts ein Zuschlag erhoben, die Tarife stehen aussen an den Taxis, halten sich in Grenzen (so lange man nicht quer durch Tokyo, bzw. eine andere Stadt fahren will), besonders wenn man sich die Fahrt mit mehreren Personen teilt. Wie gesagt, die Fahrer sind in der Regel sehr freundlich, tragen die obligatorischen weissen Handschuhe. Achtung: die japanischen Taxitüren werden von innen geöffnet UND geschlossen! Das macht der Taxifahrer mittels Schalter persönlich, also aufpassen.
7. Japan Rail Pass
Mit dem Japan Rail Pass ist es möglich, quasi per “Flatrate” mit dem Shinkansen durch ganz Japan zu fahren – zwar nicht mit dem schnellsten Shinkansen (Nozomi), aber dennoch ist dieses Ticket sehr günstig! 1 Woche JRP kostet 28300 Yen, was ca. 180 Euro entspricht. Der Japan RailPass bekommt man als Tourist (mit Status “Temporary Visitor” im Reisepass), muss aber an einer der deutschen lizenzierten Ausgabestellen hier in Deutschland erst einen Gutschein kaufen der dann in Japan vor Ort gegen den Pass eingetauscht wird. Den Pass gibt es nach Wochen gestaffelt auch für die erste Klasse (sogenannte “Green Cars”). Der Umtausch geht recht problemlos und schnell: einfach den Gutschein und Reisepass vorzeigen, innerhalb von 2 Minuten ist der silber schimmernde Pass ausgestellt.
Preise 2. Klasse:
1 Woche 28.300 Yen
2 Wochen 45.100 Yen
3 Wochen 57.700 Yen
Mit dem Pass können lediglich Hikari Shinkansen (oder langsamer, auf der Tafel unten im Bild rot dargestellt) kostenlos benutzt werden. Nozomi Shinkansen (gelb) sind weiterhin kostenpflichtig – allerdings nur geringfügig schneller als Nozomi Schnellzüge.
Kinder bezahlen jeweils die Hälfte.
Der Pass lohnt sich, denn er ist im gesamten JR Streckennetz gültig. Fährt man z.B. von Tokyo nach Sendai und Osaka, so haben sich die Kosten für den Pass bereits amortisiert.
8. Post
Die Briefträger in Japan geniessen meinen vollen Respekt. Denn Hausnummern gibt es hier nicht, sondern lediglich eine “Zahlenkombination”, die für Ausländer sehr schwierig zu deuten ist (und nicht nur für Ausländer!). Deshalb haben viele Geschäfte kleine Kärtchen mit Wegbeschreibungen ausliegen, damit man nicht stundenlang umherirrt (auch schon passiert…). Jedenfalls kommt in Japan die Post auch mehrmals täglich, zudem gibt es – wie in Deutschland auch – verschiedenste Paketdienste.
Kuroneko zum Beispiel (siehe obiges Bild), hat als Logo wie der Firmenname schon sagt Katzen. Daneben gibt es auch noch Pelikan Bin, dort gibt es einen Pelikan als Logo. Wie passend.
Die meisten Hotels kümmern sich um die Frankierung anfallender Post, Briefe oder Postkarten können in die roten Briefkästen eingeworfen werden.
Briefe kosten innerhalb Japans 80 Yen, nach Europa 130 Yen (bis 25 Gramm)
Postkarten kosten innerhalb Japans 50 Yen, nach Europa 70 Yen.
Briefmarken bekommt man natürlich auch in einer der zahlreichen Postfillialen. Es gibt sehr schöne, ausgefallene und auch drollige Sonderbriefmarken zu erstehen:
9. Essen in Japan
Ebenfalls ein sehr umfangreiches Thema. Eines Vorweg: Japan ist weitaus mehr als nur Sushi!
Ich würde behaupten, dass es in Japan mitunter das gesündeste Essen der Welt gibt. Abwechslungsreich, nahrhaft und nicht zu fett. Freilich ist für den westlichen Touristen nicht alles ohne Vorbehalte zu empfehlen, es kommt darauf an, was man persönlich verträgt. Roher Fisch ist nicht jedermanns Sache, andere wollen nicht ohne leben. Generell zu empfehlen:
* Sushi & Fischspezialitäten
Schnell, einfach, von sehr hoher Qualität. In “Running Sushi”- Läden laufen Sushiteller auf einem Fliessband vor einem her. Was gefällt, wird heruntergenommen und gegessen. Schmeckt gut und ist sehr schonend für den Geldbeutel. Gibt es in den verschiedensten Variationen. Fisch, bzw. “seafood” gibt es in allen Variationen. Besucht man z.B. den Fischmarkt in Tokyo, so wird man schnell verstehen, in welchen Dimensionen alles verarbeitet wird und wie beliebt Fisch in Japan ist.
* (Ton-)Katsu
In etwa mit dem deutschen Schnitzel zu vergleichen. Es gibt überall diverse Katsu-Shops, in denen verschiedenste Katsu-Varianten angeboten werden, zumeist im Set mit Reis und Salat, schmeckt sehr gut! Auch überaus empfehlenswert: tonkatsu curry (siehe unten).
* Japanisches Curry
Absolut zu empfehlen. Nicht zu verwechseln mit dem hierzulande bekannten “Indischen Curry”. Eine Art Gulasch mit Fleisch, Gemüse, Pilzen und Kartoffeln. Zumeist in verschiedenen Schärfen angeboten. Bitte vorsichtig sein: in einem Restaurant war mein absolutes Limit bereits bei Stufe 2 (von 7) erreicht, obwohl ich scharf gewürzte Speisen mag. Bei Stufe 7 gibt es extra eine Sicherheitswarnung vom Koch. Es gibt auch z.B. Katsu-Curry, dem dann ein geschnittenes “Schnitzel” beiliegt. Schmeckt überaus delikat.
* Omuraisu
Ein sehr gutes Gericht, wie der Name schon verrät bestehend aus einem Omelett, in dem sich Reis befindet, der entweder in Butter oder Tomatensauce mit Gemüse zubereitet wurde. Sehr zu empfehlen
* Soba
Die japanischen Nudeln schmecken auch dem Touristen. Schlürfen ist zumeist erlaubt, ideal auch für Zwischendurch.
* Yakitori
Hier handelt es sich eigentlich um kleine Spiesse: Fleisch am Spiess, ähnlich dem griechischen Souvlaki, nur kleiner. Gibt es ebenfalls in den verschiedensten Variationen, vom Hühnchenfleisch, Kobe Beef – bishin zu Leber ist alles zu bekommen.
Man hat es mehr oder minder leicht, sich sein Essen auszusuchen, in Japan befinden sich vor fast jedem Restaurant Plastikrepliken der angebotenen Speisen, zumeist täuschend echt wirkend. Diese Tradition (nach dem 2. Weiltkrieg setzte man besagte Imitationen für die stationierten GI´s in die Schaufenster) ist sehr hilfreich, hat man jetzt nur noch die Qual der Wahl…
Wenn es ganz schnell gehen soll, so tut es auch das Fertigmenü aus einem der 24-Stunden Märkte (z.B. 7Eleven, siehe oben). Dort bekommt man für wenig Geld ein frisches, bereits vorbereitetes Gericht in einer Menüschale. Natürlich nicht mit den Fertiggerichten hierzulande vergleichbar! Egal ob Pasta oder Curry, einfach an der Kühltheke aussuchen und vom Kassierer aufwärmen lassen. Plastikbesteck gibt es automatisch mit hinzu.
* Desserts
Eis gibt es in den verschiedensten Variantenund in zum Teil unbekannten Sorten. Jedoch ist z.B. Lavendeleis oder Sakura-Eis dringendst zu empfehlen, schmeckt absolut fantastisch. Natürlich gibt es neben Softeis auch “italienische” Eisbecher in allen erdenklichen Variationen. Bei Family Mart & Co bekommt man übrigens sehr gutes Häagen-Dasz-Eis im Sandwichformat (Tipp: Kokusnuss).
Bei Kuchen ist etwas Vorsicht geboten. Denn die Stücke sind in Japan um ein vielfaches kleiner als beim Konditor um die Ecke in Deutschland. Japantypisch zudem sehr teuer, kann z.B. ein Stück Erdbeertorte ohne weiteres 4,00 Euro kosten – bei Massen von ca. 10×6 cm. Das unten abgebildete Stück Käsekuchen hat z.B. stolze 3 Euro gekostet. Man bemerke die Batterie rechts zum Grössenvergleich.
Auch findet man solche Snacks entweder am Shinkansen Bahnhof (regionale, als Souvenir begehrte Spezialitäten) oder an obento-Ständen überall in der Stadt. Und dass das Auge mitisst, beweisen die künstlerischen Kreationen der Köche:
Bleibt nur noch eines zu sagen : GUTEN APPETIT!
10. Wetter
Die wohl beste Zeit um Japan zu besuchen ist das Frühjahr, besonders um die Sakura, bzw. die Zeit der Kirschblüte im März/April, zeigt sich Japans Natur von einer bezaubernd schönen Seite. Siehe auch der Beitrag
Kirschblütenzeit in Japan.
Die Regenzeit findet alljährlich im Juni/Juli statt, dann regnet es zum Teil sehr viel und häufig, sie dauert normalerweise zwischen 3 und 4 Wochen. Danach wird es sofort sehr schwül und heiss!
Der Sommer ist für deutsche Verhältnisse sehr sehr schwül. Eine derartig hohe Luftfeuchtigkeit wie in Japan kennt man in Deutschland nur von der Sauna her. Ich übertreibe nicht: bei meinem ersten Japanbesuch hatte ich das Pech, unvorbereitet in den japanischen Sommer hineinzukommen. Das Luft holen fiel sehr schwer, man schwitzt ununterbrochen und unterkühlte Geschäfte und UBahn laden zur Erkältung ein. Nasse Kleidung trocknet kaum an der Luft, da die Luftfeuchtigkeit so hoch ist – dies alles ist nur im Norden Japans oder in den Bergregionen angenehmer. Nachts kühlt es nicht allzu viel ab, der Beton der Grossstädte speichert tagsüber die Sonnenenergie, nur um diese des Nachts wieder abzugeben. Selbst in Ostjapan (z.B. Kobe), ist es zwar ein wenig angenehmer als noch in Tokyo, aber dennoch für Leute mit Hitzeanfälligkeit nicht sonderlich zu empfehlen. Ausserdem ist der Sommer die Zeit der Taifune. Und wenn so einer die Stadt trifft, dann wägt man den Weltuntergang nahe: U-Bahnstationen werden geschlossen, Blumentöpfe fliegen umher, der Flughafen macht dicht, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass man nicht ruhigen Gewissens auf die Strasse gehen kann. Ich entging zwei Mal knapp einem Taifun, meine Flüge waren die Letzten, die abgefertigt wurden. Der Kansai Airport kappt dann im wahrsten Sinne des Wortes die Verbindung mit dem Festland, sperrt die Brücke und schliesst. Und das ist auch besser so, solche Naturgewalten kennt man hierzulande wohl nur aus diversen Fernsehreportagen.
Sind die Taifune noch saisonal bedingt, kann es jederzeit zu einem kleineren oder grösseren Erdbeben kommen. Auch daran habe ich schlechte Erinnerungen: morgens wackelte auf einmal das gesamte Apartment. So aufgeweckt zu werden ist nicht angenehm, dabei war es “nur” ein Beben der Stärke 5.6 . Statistisch gesehen bebt die Erde in Japan 1000 Mal im Jahr, doch die meisten Beben sind eher kleinerer Natur – glücklicherweise. Dennoch bebt es (wie man aus dem deutschen Fernsehen kennt) hin und wieder. Erste Regel: keine Panik, die japanischen Gebäude sind sehr gut konstruiert und bieten Schutz z.B. im Türrahmen oder unter dem Tisch, auf herabfallende Gegenstände ist natürlich zu achten. Japaner selbst sind daran eher gewöhnt als der bei einem solchen Anblick leicht in Panik geratende Tourist, es gibt in Japan eine Art Erdbebentag mit Erdbebensimulatoren, an dem man den Ernstfall simulieren und wichtige Verhaltensregeln mitteilen kann.
Im Sommer gibt es besonders in der Grossstadt wie Tokyo riesige (und zeitlich sehr lange) Feuerwerke (hanabi), die auch im Fernsehen (als Sponsor) übertragen werden und eine Vielzahl an Zuschauern anlocken. Tanabata (sehr anrührende Geschichte) sowie das Obon – Fest sind ebenfalls Zuschauermagneten im (frühen) Sommer. Kleine Feuerwerke kann man in jedem Supermarkt günstig erwerben, die Kinder (und auch die Erwachsenen) freuen sich alljährlich auf die hanabi Feste. Allerdings ist Japan im Sommer wie schon erwähnt fast unerträglich heiss und schwühl. Nicht nur dass es nachts fast nicht abkühlt, tagsüber herrschen wirklich Bedingungen wie in einer Sauna. Die Monate Juli & August sind am schlimmsten davon betroffen. Danach, bzw. davor ist es weitaus angenehmer.
Der Herbst eignet sich mit angenehmen Temperaturen ebenfalls sehr gut für einen Besuch, Japans Natur mit all den Rottönen lädt zum Fotografieren ein (Tipp: Nara im Herbst!).
Sehr touristenfreundlich zeigt sich auch der Winter, mit (zumindest im südlichen Teil Japans) angenehmen Temperaturen – verglichen mit den Minustemperaturen in Deutschland. Meistens sind es über 0 Grad, Schnee liegt z.B. in Osaka / Westjapan so gut wie nie.
11. Feste & Feiertage
WIRD GERADE AKTUALISIERT
01.01. – 03.01. : Neujahr
Das neue Jahr wird in Japan eher ruhig begangen – ohne Feuerwerk und grosse Parties wie es hierzulande der Fall ist. Man geht gemeinsam zum örtlichen Schrein oder Tempel, um für Glück im neuen Jahr zu bitten. Am 01.01. haben die meisten grösseren Geschäfte geschlossen, grössere Ketten haben vereinzelt geöffnet und verkaufen sogenannte “Fukubukuro”, Wundertüten mit sehr hochwertigem Inhalt (Elektronik, Kleidung, usw.). Für Kinder und Jugendliche ein sehr aufregender Tag, es werden Geldgeschenke in speziellen Umschlägen überreicht. Dementsprechend sind die Geschäfte kurz nach Neujahr sehr gut besucht.
03.03. : Hina matsuri
21.03. : Vernal Equinox
07.07. : Tanabata
August : Hanabi
Besonders im August gibt es gerade in Tokyo sehr viele und schöne Feuerwerke, zu denen sehr viele Leute kommen. Gesponsort durch diverse Fernsehsender dauern die einzelnen Feuerwerke sehr lange. In vielen Geschäften und Supermärkten können auch kleine, spezielle Feuerwerke erstanden werden.


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