Viele Wege führen nach Japan

Neben eher abenteuerlichen Möglichkeiten nach Japan zu gelangen (per Schiff oder mit dem Orient Express) nehmen die meisten Leute genau wie ich auch das Flugzeug.

In den letzten 16 Jahren bin ich schon mit sehr vielen Fluggesellschaften zwischen Japan und Deutschland hin- und hergeflogen, Economy wie auch Business Class. Hier nun meine persönlichen Eindrücke…

1. Fluggesellschaften

Generell liegt in der Economy Class die Freimenge für Gepäck bei ca. 23 kg, für Besitzer von silbernen/goldenen Vielfliegerkarten werden diese z.T. stark erhöht (z.B. bei Emirates mit Skywards Platinumkarte +20 kg), aber auch asiatische Airlines sind mit der Freimenge sehr großzügig und kulant (z.B. ANA und JAL : 2 x 23 kg!). Generell würde ich jedem empfehlen die Freimengen wenigstens ungefähr einzuhalten. Falls doch etwas mehr eingekauft wurde oder transportiert werden muss ist womöglich noch etwas Platz im Handgepäck. Denn ansonsten kann es schnell teuer werden.


ANA – ALL NIPPON AIRWAYS

Route : Frankfurt – Tokio / Tokio – Osaka / Tokio – Okinawa

Eindruck : TOP !

Die japanische Airline bietet den Passagieren eine angenehme Kombination aus Komfort und tollem Service, inklusive einem der besten Entertainmentsysteme für Langstreckenflüge. Neben Spielfilmen gibt es diverse Serien und Magazine auf Deutsch, Japanisch, Englisch und/oder in anderen Sprachen direkt am „personal screen“. Einer meiner Favoriten ist das Musikmagazin „Time Machine Special“ mit einem sympathischen japanischen Moderator. Die Filme können jederzeit gestoppt und wieder an der Stelle weiterlaufen, an der man aufgehört hat. Die Stewardessen sind ausgesprochen freundlich, sehr nett, hilfsbereit und kümmern sich um die Passagiere. Beinfreiheit ist überdurchschnittlich, keinerlei Probleme, auch das Essen schmeckt sehr gut, kann ich jedem empfehlen.

Beim Gepäck sind in der Economy class 2 Koffer mit je 23kg erlaubt. Enige der Flüge werden vom Codeshare-Partner Lufthansa durchgeführt, weshalb ich die Flüge am Abend bevorzuge, die auch wirklich mit ANA – Maschinen abgehen, da meiner Meinung nach Lufthansa bei weitem nicht an den Service und die Qualität von ANA herankommt.

Nähere Infos zu Freigepäckmengen bei ANA:

https://www.ana.co.jp/wws/de/d/asw_common/prepare/baggage/

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JAL – JAPAN AIRLINES

Route: Frankfurt – Tokio

Eindruck : TOP !

Sehr komfortabel und absolut empfehlenswert. Das Filmangebot ist leider nicht so üppig wie bei Emirates oder ANA, aber trotzdem sehr gut. Auch die Flugbegleiter sind sehr freundlich, es gibt in den meisten Flugzeugen eine Selbstbedienungs-Bar, bzw. Snackbar. Wie auch bei ANA ist JAL in Sachen Gepäck sehr großzügig: 2 x 23kg dürfen es schon sein. Nähere Infos zu Gepäck bei JAL auf internationalen Flügen:

https://www.de.jal.com/del/cms/contents/local/jal_news_000565.html

Auch innerhalb Japans erste Wahl: die Flugzeuge von Jal sind auch auf Inlandsflügen ohne Vorbehalte zu empfehlen: sehr bequem, grosser Sitzabstand, angenehmer Flug. Auf dem letzten Rückflug habe ich sogar den Start verschlafen und bin erst aufgewacht, als das Flugzeug bereits gelandet war, was für den Komfort spricht.

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KLM – ROYAL DUTCH AIRWAYS

Route : Frankfurt – Amsterdam / Amsterdam – Osaka / Amsterdam – Tokio

Eindruck : SCHLECHT

Hier habe ich bislang leider eher schlechte Erfahrungen gemacht. Der Flughafen (Schiphol) in Amsterdam ist eine Herausforderung. Man sollte sich direkt nach der Landung zum Abfluggate begeben, da die Zeit unter Umständen knapp werden kann wenn man vom einen Ende des Airports zum Anderen laufen muss und dabei nicht zügig ist. Man muss hier unter Umständen nochmals durch die Passkontrolle und Bodyscanner, was zusätzlich Zeit kostet.

Die Stewardessen sind unfreundlich bis unmotiviert, wegen 2 Kilo Übergepäck wurde ich ein Mal auf dem Rückweg von Japan kräftig zur Kasse gebeten und wirklich auch von einer japanischen KLM Angestellten beschimpft. So etwas habe ich in all den Jahren noch nie erlebt. Auf einem Flug wurde es mir und fast der kompletten hinteren Sitzreihe auf dem Rückflug sehr schlecht, das Essen ist uns nicht bekommen und die Toiletten waren fast durchgängig besetzt. Für Kurzstrecken kein Problem, aber auf Langstrecken nehme ich ungern KLM, wobei sich die Qualität (auch des Essens) in den letzten Jahren merklich gesteigert hat. Rangiert bei mir in der Sparte „unangenehm.“ KLM teilt sich zuweilen die Flüge mit Air France, was auch nicht gerade besser ist. Im Gegenteil. Auf den Zubringerflügen ist die KLM-Flotte aber wenigstens doch besser und bequemer als die von Air France.

Informationen über die erlaubten Gepäckfreimengen bei KLM sind hier erhältlich: https://www.klm.com/travel/de_de/prepare_for_travel/baggage/baggage_allowance/index.htm

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AIR FRANCE

Route : Frankfurt – Paris / Paris – Tokio

Eindruck: SCHLECHT

Es tut mir leid, mir fällt an dieser Stelle gar nicht viel Gutes ein zu Air France. Ein Mal wurde mein Koffer fehlgeleitet – glücklicherweise auf dem Rückweg nach Deutschland. Zwei Tage nach meiner Ankunft in Frankfurt aufgefunden und immerhin von einem sehr freundlichen Fahrer vorbeigebracht. Die Flüge, bzw. Sitze allerdings waren bisher allesamt sehr unbequem und hart, die Zubringer von und nach Paris erinnerten mich in Punkto Sitzkomfort an schlechtere Ryanair-Standards…und die Langstreckenflüge von und nach Japan blieben mir vor allem wegen des geringen Sitzabstandes im Gedächtnis. Fazit: nach Möglichkeit vermeiden – und wenn schon schlecht, dann das geringe Übel und die Flüge mit dem Partner KLM wählen. Die sind einen kleinen Tick besser.

Informationen über das Fluggepäck bei Air France:

http://www.airfrance.de/DE/de/common/voyage-en-avion/preparation-voyage/bagages-avion.htm


KOREAN AIR

Route : Frankfurt – Seoul / Seoul – Tokio

Eindruck : TOP!

Kurzum: die Flüge mit Korean Air haben mir allesamt wirklich Spass gemacht. Gutes Entertainmentangebot, USB-Ladebuchsen am Sitz, sehr freundliches und gut gelauntes Kabinenpersonal, bequeme Sitze, gutes Essen, reibungslose Abläufe, jederzeit gerne wieder!

Freigepäckregeln bei Korean Air:

https://www.koreanair.com/global/de/traveling/baggage-services.html

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LUFTHANSA

Route : Frankfurt – Osaka / Frankfurt – Tokio

Eindruck : MITTEL

Lufthansa hatte immer schon einen guten Ruf. Mir kam es in den letzten Jahren allerdings so vor, als würde man sich darauf ausruhen und Serviceangebote wie Qualität zurückfahren. Jedenfalls im Vergleich zu Fluggesellschaften wie ANA oder JAL rangiert die Lufthansa bei mir nur noch im Durchschnitt. Beinfreiheit ist okay, das Essen geht so, nichts worauf ich jetzt speziell Wert lege aber im Vergleich eher schlechter als bei der Konkurrenz. Da das Preisniveau in etwa gleich sein sollte, würde ich eher zu ANA oder JAL raten, beide bieten von Deutschland aus auch Direktflüge nach Japan an.

Freigepäckregeln bei der Lufthansa:

https://www.lufthansa.com/de/de/Freigepaeck-Regeln

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EMIRATES

Route: Frankfurt – Dubai / Dubai – Osaka / Dubai – Tokio

Eindruck : TOP!

Nicht umsonst eine der besten Airlines der Welt. Freundliches Kabinenpersonal, welches zuvorkommend und sehr freundlich ist. Vorbildlich. Absolut, in allen Belangen. Das Personal ist auch dahingehend geschult, die Passagiere mit Vielfliegerkarte direkt mit Nachnamen anzusprechen. Immer höflich und Aufmerksam. Freundlichkeit oder ein Lächeln kostet ja nichts 🙂
Absolutes Plus ist das Entertainment System. Ich bin mir nicht genau sicher wie es funktioniert, aber Emirates bietet über 100 Spielfilme (zum Teil aktuelle Kinofilme) am Privatschirm, dazu etliche (Comedy-) Serien, interaktive Spiele (u.a. ein Quiz gegen andere Passagiere im Flugzeug), Außenkameras, sowie tausende Radiohits (alle No.1 Hits von den 50er Jahren bis heute!) zum Anhören. Langweilig wird es garantiert nicht. Wenn die Nacht naht und das Licht gedimmt wird, funkelt dem Passagier je nach Flugzeugtyp sogar ein künstlicher Sternenhimmel entgegen. Nettes Detail. Ausserdem kommen mir die Airbus – Maschinen „leiser“ vor als die von den anderen Airlines genutzten „Boeing“-Flieger.

Zwei Mal bin ich mit der Emirates Business Class geflogen, dort bekommt der Gast noch mehr Extras, angefangen von den ultrabequemen, motorisierten Sesseln bishin zu „bestellbaren“ Filmen à la carte und einem exzellenten Menü wie im Restaurant ist für alles gesorgt. Über den Wolken – im wahrsten Sinne des Wortes.

Informationen über Freigepäckmengen bei Emirates:

https://www.emirates.com/de/german/plan_book/essential_information/baggages/

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QATAR

Route: Frankfurt – Abu Dabi / Abu Dabi – Tokio

Eindruck : TOP!

Ich weiß nicht, ob es an der Konkurrenz des Nachbarn (Emirates) liegt, aber auch hier ist alles erstklassig: Service, Entertainmentsystem mit hunderten auch ganz aktuellen Filmen auf vergleichsweise sehr großem Bildschirm, freundliches Kabinenpersonal, exzellentes Essen, geräumiger Sitzabstand…auch hier finde ich wirklich nichts, worüber ich mich beklagen könnte. Der Transfer am Flughafen in Abu Dabi hat mir jetzt auch besser gefallen der Flughafen in Dubai.

Gepäckbestimmungen bei Qatar :

http://www.qatarairways.com/de/de/baggage.page

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2. Die Airports

Hier nun einige Gedanken zu den japanischen Flughäfen : In Tokyo gibt es zum Einen den Narita Airport (NRT), das Drehkreuz für die meisten internationalen Flüge. Der Großteil an Maschinen aus Deutschland landet dort. Der Flughafen ist groß, aber vorbildlichst geführt, die Angestellten dort sprechen auch Englisch und sind sehr freundlich.

Der kleinere Haneda Airport (HND) wird vornehmlich für Inlandsflüge (z.B. von Kobe, Osaka, Nagoya, usw. aus) oder Kurzstrecken (Korea, Okinawa, etc.) genutzt, aber einige wenige internationale Flüge kommen mittlerweile auch in Haneda an. Obwohl hier nicht allzu viele Ausländer unterwegs sind, ist man sehr hilfsbereit und freundlich. Der Flughafen ist einfach vorbildlich in allen Belangen: kurze Laufwege, einfache Navigation, perfekte Anbindung and das öffentliche Verkehrsnetz – kein Wunder also, dass er im April 2017 im Zuge des Skytrax Awards als zweitbester Flughafen der Welt ausgezeichnet wurde.

Das absolute Gegenteil erwartet den Touristen auf dem Kansai International Airport (KIX). Was ich dort alles schon erlebt habe ist eine Mischung von Unverschämtheit und Schikane. Deshalb versuche ich diesen zu vermeiden. Um Welten besser ist der kleine Airport in Kobe (UKB) wie auch der Nagoya Chobu Centrair (NGO). Interessant: jeder dieser drei Flughäfen liegt auf einer künstlichen Insel vor der jeweiligen Stadt gelegen!

NARITA AIRPORT

Mit dem NARITA EXPRESS (N´EX) kommt man bequem und fast schon etwas luxuriös in weniger als 60 Minuten in die Innenstadt Tokios. Dieser fährt nicht nur die größeren Stationen Tokios an (Tokyo, Shinagawa, Shibuya, Ikebukuro), sondern auch nach Omiya, Yokohama oder Ofuna.

Die Kosten für eine einfache Fahrt betragen derzeit 3020 Yen (Tokyo), 3190 Yen (Shinagawa, Shibuya, Shinjuku, Ikebukuro) sowie 3840 Yen für Omiya, 4290 Yen für Yokohama und 4620 Yen für Ofuna.

Internetseite des Narita Express:

http://www.jreast.co.jp/e/nex/

Eine günstigere Alternative ist der Keisei Skyliner. Dieser benötigt für die Strecke Narita – Ueno nur 41 Minuten und kostet 2470 Yen. Er fährt auch Nippori, Akihabara, Tokyo, Shinagawa, Shibuya, Shinjuku, Ikebukuro und Omiya an.

Internetseite des Keisei Skyliner:

http://www.keisei.co.jp/keisei/tetudou/skyliner/us/ae_outline/index.php


HANEDA AIRPORT

Vom Flughafen Haneda aus kommt man via Monorail in die Innenstadt Tokios. Die Monorail fährt die Stationen Hamamatsucho / Shinagawa (JR Yamanote Line) an.

Dies dauert nur 13 Minuten und kostet gerade einmal 500 Yen mit der Suica Karte (siehe auch U-Bahn – fahren in Tokio)

Mehr Infos :

http://www.haneda-airport.jp/inter/en/access/train.html

Von Hamamatsucho und Shinagawa aus geht es dann mit den regulären Zügen durch die Stadt bis zum Zielbahnhof.


 

Man sollte gerade nach der Ankunft in Tokio nach Möglichkeit die abendliche Rush Hour vermeiden. Mit Gepäck wäre das ein Albtraum erster Klasse. In diesem Falle würde ich stark dazu raten, das Gepäck im Flughafen aufzugeben und bequem und komfortabel ins Hotel liefern zu lassen. Das erspart viel Nerven und Kraft.

In Haneda wie auch in Narita oder Kansai gibt es in der Ankunftshalle den „Luggage Delivery Service Counter“ bzw. „Hands Free Travel Counter.“ Dieser ist 24 Stunden am Tag und somit rund um die Uhr geöffnet. JAL ABC zum Beispiel verlangt für diesen Service von Narita nach Tokyo 1740 Yen oder 3800 Yen mit Rücktransport. Auch Yamato (Taikuhaibin) bietet diesen Service an, hier werden 1800 Yen fällig. Die Lieferung erfolgt je nach Bezirk meistens innerhalb von 24 Stunden, ich habe solche Services schon mehrfach in Anspruch genommen und konnte mich bisher nicht beklagen. Hat bisher alles reibungslos funktioniert.

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